Neue Bartagamen:
Liebe Terrarienfreunde dies ist wohl die wichtigste Grundregel,
die es überhaupt zu beachten gibt. Neue Tiere sollten Grundsätzlich
in einer einmontigen Quarantäne gehalten werden.
Ich habe schon von vielen Züchtern gehört das Sie das Nichteinhalten
dieses Grundsatzes teuer bezahlt haben. Nachdem mir meine letzte
Neuerwerbung ebenfalls verendet ist, danke ich dafür das mir schlimmeres
erspart blieb.
Bartagamen allgemein:
Bartagame sind tagaktive Tiere, die gerne direkt in der Sonne
auf einer Erhöhung, z.B. einem Ast, sitzen. Bei der Wärmeaufnahme
kann man beobachten, wie sich die Farbe der Tiere meist von dunkel
zu hell färbt. Bartagame können ihre Eigenwärme speichern, welche
überlebensnotwendig ist. Dies geschieht durch das bekannte "schwarz"-Färben.
Dies kann aber auch in Einzelfällen ein unwohlsein bedeuten. Normalerweise
können Bartagamen aber so schneller Wärme aufnehmen und speichern.
Dies stellt ein ganz normales Verhalten dar.
Wieviel füttern??
Wie viele Futtertiere man verabreichen sollte? Die Zusatzfuttertiere
nur ca. 1-2 mal die Woche. Bei den Hauptfuttertieren ist es falsch
so viele Futtertiere zu verfüttern, wie das Tier fressen kann,
denn dann wird das Tier schnell an Übergewicht leiden. Die genaue
Menge sollte jeder Halter für sich selbst bestimmen. Natürlich
kommt es auch auf die Größe der Futtertiere an, aber man sollte
sein Tier beobachten und dann entscheiden ob man die verfütterte
Menge erhöht oder verringert. Grundsätzlich kann man sich an die
Richtlinie, bei Jungtieren 5-6 Heimchen pro Tag und bei adulten
Tieren 1-2 große Heuschrecken an den Futtertagen, halten.
Vermehrung
Auswahl der Elterntiere:
Bei der Auswahl der Elterntiere sollten einige Grundregeln gelten:
· Für die Zucht, sollte man nur blutsfremde Tiere genommen werden,
da sonst Erbkrankheiten und durch Inzucht bedingte Missbildungen
auftreten.
· Die Bartis sollten gesund sein.
· Das Weibchen muss kräftig, fit und mit ausreichend Kalzium versorgt
sein.
· Weibchen können zwar schon mit einem Jahr Eier legen, da sie
noch im Wachstum sind, sollte man warten, bis sie zwei Jahre alt
und ausgewachsen sind.
Die Paarung:
Bei der paarung von Bartis geht es mitunter ziemlich ruppig zur
Sache. Das Männchen beisst das Weibchen in den Nacken, um es festzuhalten.
Es kann aber auch sein das, das Männchen, das Weibchen mit Nackenbiss
im ganzen Terrarium herumschleppt. Dann schiebt er seinen Schwanz
unter ihren, um seine Kloakenöffnung an ihre zu drücken um dann
dort einzudringen und sein Sperma zu hinterlassen. Die Paarung
dauert ca.fünf bis zehn Minuten. Die Bartagamen Weibchen können
den Samen des Männchens auch sehr lange speichern.

Beleuchtung:
Die früher oft verwendeten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen wie
HQL (Osram)werden heute im Bartagamenterrarium nicht mehr empfohlen,
hier liegen die Halogenmetalldampflampen mittlerweile technisch
vorne. In großen Terrarien haben HQL-Lampen aber aufgrund der
hohen Wärmeabgabe auch heutzutage noch seinen Nutzen.
Spots werden ausschließlich für Sonnenplätze verwendet, sind jedoch
für die Grundbeleuchtung ungeeignet, da sie viel Wärme, aber nur
wenig Licht abgeben
Eine ausreichende UVB-Versorgung der Tiere muss unbedingt vorhanden
sein. Die UVB-Versorgung dient der Bildung von Vitamin D3 und
beugt damit schweren Mangelerkrankungen wie Rachitis vor. Uneingeschränkt
empfehlenswert ist hier die Osram Ultra-Vitalux-Leuchte mit 300
Watt. Da diese Lampe sehr viel UV abgibt, sollten die Tiere jedoch
nur etwa 30 - 45 Minuten täglich bestrahlt werden. Dies kann bei
ausreichender Terrarienhöhe durch eine Festinstallation im Terrarium
erfolgen oder auch außerhalb des Terrariums bzw. durch die geöffnete
Frontscheibe.
Eine weitere Möglichkeit der UV-Versorgung stellen Mischlichtstrahler
(Power Sun, JBL UV Solar, Solar Glo, Licky Reptile) mit 70, 100,
125 oder 160 Watt dar, die ganztägig betrieben werden könnten.
Spotstrahler (z. B. Osram Concentra bzw. PAR-Strahler) oder Halogenspots
schaffen die notwendigen Temperaturen für Sonnenplätze.
Pro Tier sollte im Terrarium mindestens ein Sonnenplatz vorhanden
sein
Da die alle Lampen alle Wärme erzeugen muss man bei der Installation
immer drauf achten, das man keinen Backofen baut!
Auch während des normalen Betriebes sollte man die Temperaturen
und auch die Luftfeuchtigkeit im Auge halten.
Die Geschlechter:
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Auf den oberen Bildern
gut zu erkennen, sind die "Wulste" an der Unterseite
bzw. am Schwanzansatz der Tiere. Anhand dieser Erhebungen
kann man erkennen um welches Geschlecht es sich handelt.
Auf dem rechten Bild sieht man ein Tier des weiblichen Geschlechts,
dass man anhand der einen Erhebung in der Mitte erkennen kann.
Auf dem linken Bild dagegen, sieht man ein männliches Tier,
dass man anhand der zwei Erhebungen erkennen kann. |
Gelege:
Unsere Weibchen haben nach einem Kontakt mit dem Männchen je eins
bis zwei befruchtete Gelege mit ca.20 Eiern abgelegt. Bartis können
bis zu 6 Gelege pro Jahr haben.
Tragzeit eines Bartagamens:
Unsere Damenbartis legten im Abstand von je knapp zwei Monaten
ihre Gelege ab. Die Weibchen fressen mehr und haben einen erhöhten
Flüssigkeitsbedarf. Sie brauchen viel Kalzium, um die Eierschalen
produzieren zu können. Bei Kalziummangel bauen sie ihre eigenen
Knochen ab, um die Eier zu produzieren. Die Folge kann Rachitis
(Zitterkrampf) sein.
Nach drei Wochen zeichnen sich die Eier deutlich auf dem Bauch
ab. Viele unserer Weibchen verweigern vor der Eiablage das Futter,
da wohl die vielen Eier den
Magen zusammengedrückt haben. Ein anderes Weibchen hat bis kurz
zur Eiablage gefressen.

Die Eiablage:
Vorbereitungen für die Eiablage: Inkubator vorbereiten, Vermiculit
oder Perlite(Brutsubstrat) kaufen!
Am besten ist es das Weibchen in ein anderes Terrarium setzen,
wo es nicht gestört wird. Meine Bartiweibchen verkriechen sich
allerdings in die Höhle. Eine Störung der Eiablage und daraus
resultierender Stress kann zur Legenot führen, die sofort vom
Tierarzt behandelt werden muss.
Oder einen Sandhaufen aufschütten, ein Sandsack von 25 kg hat
sich bei uns als geeignete Menge herausgestellt. Den Sandhaufen
in einer Ecke aufschütten und anfeuchten, da die Weibchen gerne
in den Ecken graben und auch die Feuchtigkeit mit Ihrer Schnauze
prüfen..Das Weibchen wird sich ein leicht feuchtes, warmes Plätzchen
suchen, an dem es die Eier tief genug vergraben kann.

Das ablegen der Eier:
Nach Ende der Trächtigkeit, welche 3-7 Wochen dauern kann, steht
die Eiablage bevor. Das Weibchen legt Ihre Eier, auf den Boden
des Legestollens oder der Höhle. Dies kann bis zu drei Stunden
dauern. Manche Weibchen sind dabei sehr wählerisch. Auf genug
Feuchtigkeit und Wärme achten.
Die Nachbearbeitung des Geleges durch das Weibchen:
Sind alle Eier abgelegt, gräbt sie die Eier mit dem feuchten Sand
zu und klopft den Sand mit der Schnauze fest Danach scharrt sie
auf dem Sandhaufen herum, bis nichts mehr zu erkennen ist. Am
besten erkennt mann ein Gelege wenn nichts zu erkennen ist. Hört
sich komisch an, macht aber Sinn. Wer mal ein durchwühltes Terrarium
gesehen hat weiss aber wovon ich rede...
Pflege des Weibchens nach der Eiablage:
Da das ganze sehr anstrengend und ermüdend für das Weibchen war,
sollte sie jetz ein wenig verwöhnt werden. Wir geben unseren Bartis
nach derAnstrengung 2-3 grosse Wanderheuschrecken. Auch ein Bad
im warmen Wasser soll zum Wohlbefinden beitragen, bei diesem kann
Sie trinken und es hilft der Entspannung, die Sie jetzt Nötig
hat.
Auch kann man öfters Bartagamen beobachten, die beim Baden dann
auch Wasser zu sich nehmen. Viele Bartagamen (Pogona Vitticeps)
Nehmen ja bekanntlich meist nur bewegendes Wasser auf,und nicht
so gerne stehendes.

Inkubation (Ausbrüten) der Eier:
Heimchenboxen mit feuchtem, nicht zu nassem, aber dennoch gut
feuchten Vermikulit bis ca 3 cm unter den Rand füllen. Die Eier
mit der Keimscheibe nach oben ins Vermikulit legen. Die Keimscheibe
schimmert bei frisch gelegten Eiern rötlich als runder Fleck durch
die Eischale.Danach bitte nicht mehr bewegen, da die Embryos ersticken
können, wenn das Ei mit dem Dotter versehentlich nach unten zurückgelegt
wird.
Der Inkubator: Eine umfangreiche Bauanleitung
folgt noch.
Kurz und knapp haben wir eine Plastikbox genommen, die mit Styropor
ausgekleidet und das mit ca. 10 cm Wasser befüllt. Darüber haben
wir ein Gitter gelegt.
Die Heimchenboxen stehen so über dem Wasser auf dem Gitter und
kommen nicht mit diesen in Kontakt. Die Temperatur des Inkubators
steuern wir über das Wasser, das wir mit einem Temperatur regulierenden
Aqarienheizstab erwärmen. Den Deckel der einzelnen Heimchendosen
haben wir schief aufgesetzt, so dass die Feuchtigkeit nicht auf
die Eier tropft.
Inkubationstemperatur: 26°C bis 30°C. Wenn die Temperatur zu hoch
ist können die
Eier schaden nehmen. Während eine leichte Temperaturunterschreitung
keine bleibenden Schäden zur Folge haben dürfte. Je geringer hierbei
die Temperatur um so mehr Weibchen schlüpfen später. Abhängig
von der Temperatur schlüpfen die Bartagamenbabys früher oder später.
Sollte ein Ei mit Pilz oder Schimmel befallen sein, dann ist es
in einer gesonderte Heimchendose zu legen. Nicht wegwerfen, es
könnte doch noch ein Baby schlüpfen.
Inkubationsdauer: Bei einer Inkubationstemperatur
von 26° bis 29° schlüpften
unsere Babys nach ca 60-70 Tagen. Bei niedrigeren Temperaturen,
die nicht schädlich sind, verlängert sich die Brutzeit. Unter
22° sollte die Temperatur aber nicht fallen.
Bekannte von mir schalten die Heizung Nachts aus. Dies soll die
Wiederstandsfähigkeit der Jungtiere erhöhen. Das müsste er mir
aber noch Nachweisen.
Schlupf eines Baby:
Die Eier einer Heimchendose sollten zeitgleich anfangen zu schlüpfen.
Wobei sich der Schlupf über 1 Woche hinziehen kann und 1-2 Tiere
pro Tag kommen können. Das ganze Gelege ist dann in 1 bis 2 Wochen
geschlüpft Meist geht es dann sehr schnell. Die babys durchstoßen
mit dem sogenannten Eizahn das Ei. Darauf achten, dass die Nasenlöcher
draussen sind, sonst könnte das Kleine ersticken.
Nach ein paar Stunden erscheint der kleine Kopf und nach einer
Verschnaufpause der ganze Barti. Machmal schaffen sie es schneller,
manchmal dauert es bis zum nächsten Tag.
Wichtig !!! Hier nicht eingreifen. Die Natur regelt das schon...
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